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Umweltschutz

Erprobung durch Vereine gewünscht

"Umweltschutz gewinnt in der Gesellschaft immer größere Beachtung. Das Grundbedürfnis der Menschen, in einer intakten Umwelt leben zu können, führt zu neuen behördlichen Schutzmassnahmen. Deshalb ist es unsere Aufgabe darzustellen, dass Segeln ein umweltverträglicher Sport ist. Dies erfordert, dass wir Umweltbelastungen erkennen, in Eigenverantwortung lösen und dies in der Öffentlichkeit darstellen", so Alois Kern, Obmann für Umweltschutz im Landesverband und Umweltbeauftragter des Bodensee-Seglerverbandes bei der jüngsten Sitzung des BSVB.

Dass dies erforderlich ist, zeigt die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie mit dem Sammelbegriff Natura 2000, die in Baden-Württemberg im Eiltempo 2000 und 2001 durchgesetzt wurde.

Seit 1996 ist die Biozid-Richtlinie der Europäischen Union für alle Mitgliedstaaten geltendes Recht. Es wird in Kürze eine Einstufung aller Biozide in Gefahrenklassen erwartet, was dazu führen wird, dass viele der heute noch zugelassenen Antifoulingfarben in Trinkwasserspeichern verboten werden. In Ländern wie Schweden, Dänemark und Holland sind die organischen Biozide wie Irgarol und Diuron sowie Kupfer auf Süßwasser-Seen bereits verboten.

Vor diesem Hintergrund haben die Seglerverbände vor Jahren begonnen, den Bewuchs im Wasser systematisch zu erforschen.

Die erste Frage war, was für ein Bewuchs entsteht indem immer sauberer werdenden Bodenseewasser? Auf Testplatten stellte der Limnologe Dr. Watermann fest, dass die Kalkalgen gegen früherer Jahre den Grünalgen das größere Problem darstellen. Ebenfalls mit Testplatten konnte man nachweisen, dass metallisches Kupfer, eingebettet in harte und glatte Anstriche, einen ausreichenden Schutz auf den Booten bringt.

„Dies hat uns veranlasst eine Liste mit nur kupferhaltigen Anstrichen zu erstellen und Ihnen anhand zu geben. Nach unserer Erkenntnis haben sich die Mehrzahl der Segler an diesen Aufruf gehalten. Vom Gewässerschutz wurde uns bestätigt, dass der Bodensee im Freiwasser kein Kupferproblem hat. In mehreren Häfen sind hohe Kupferkonzentrationen nachgewiesen, was zu Entsorgungsproblemen von Sediment führen wird“, so Kern weiter.

Gegeben aus dem Verbot in mehreren europäischen Ländern werden zunehmend biozydfreie Anstriche erforscht und angeboten. Um diese zu erproben, hat der BSVB im Jahr 1999 15 auf dem Markt erhältliche Unterwasserfarben in Zusammenarbeit mit dem Limnologen in 11 Häfen rund um den Bodensee ausgebracht. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass sich die Farben:

  • selbsterodierend Le Fant TF und Slip Way
  • silikonhaltig Biox und Seajet

als brauchbar erwiesen haben. Im Jahre 2000 sind dem Aufruf des Bodensee-Seglerverbandes 18 Segler gefolgt und haben die Unterwasserfarben Le Fant und Slip Way auf ihren Booten getestet. Die Ergebnisse waren brauchbar, wenn auch nicht mit dem uns allen bekannten VC 17 vergleichbar.

Was bei allen Farben störte, dass sie beim Reinigen, da sie erodierend wirken, stark abgewaschen wurden. Auch ein Abwaschen im Bereich des Wasserpasses über den Sommer, führte zum Abrieb der Farbe. Zwischenzeitlich werden weitere biozidfreie Farben angeboten.

Alle Aktionen der vergangenen Jahre waren immer begleitet von Gesprächen, die beispielsweise anlässlich der Interboot mit den Farbenherstellern, den Gewässerschutzbehörden und den Schifffahrtsämtern geführt wurden. Alle Farbenhersteller bestätigten in diesem Gespräch, dass nach Wirkstoffen geforscht wird, die eine vergleichbare Wirkung wie Kupfer erreichen.

Es ist uns allen bewusst, dass es zu Einschränkungen bei der Anwendung von Bioziden im Trinkwasser kommen wird.

Deshalb ist es erforderlich:

  • Dass wir nur Antifoulings mit nur metallischem Kupfer einsetzen, von dem wir aus Erfahrung wissen, dass es einen ausreichenden Schutz bietet.
  • Dass wir weitere biozidfreie Anstriche auf den Booten erproben.

Der Vorstand des Bodensee-Seglerverbandes stellt sich vor, das jeder Mitgliedsverein sich mit einem Boot an der Erprobung beteiligt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen dann den anderen Seglern zur Verfügung gestellt werden.


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