Ein Trainingssommer unter besonderen Vorzeichen

Kiel-Schilksee im Sommer 2020: Direkt vor dem Olympiahafen segeln knapp 30 29er-Skiffs aus diversen Bundesländern ihre Trainingswettfahrten. Weiter draußen messen sich die olympischen Folge-Bootsklassen 49er und 49er FX ebenfalls mit nationalen Trainingspartnern.

Dass am Bundesstützpunkt in Kiel die nationale Konkurrenz trainiert und man dort den Vergleich bis hinauf zu den Olympia-Kandidaten suchen kann, ist erst mal nichts Neues. Da aber fast alle Wettkämpfe bis Ende August abgesagt sind, wurde der Aufenthalt in Kiel bis in den September hinein verlängert: Vor Ort zum Training ist der Bundestrainer am Bundesstützpunkt Friedrichshafen, Marc Schulz, der zusammen mit Phillipp Sudbrack und Finn Walter die 29er-Gruppe betreut. Der Koordinator für Nachwuchsförderung des Landes-Segler-Verband Baden-Württemberg, Jakob Janich, übernimmt den Großteil der 49er- und der FX-Trainings. 2020 08 21 sommer2Janich zieht Mitte August ein erstes Fazit der letzten drei Monate: „Die Corona-Pandemie hat die Planung erschwert und erleichtert zugleich: In Kiel haben wir alles was wir momentan brauchen, wir müssen nur wochenweise anreisen. Die Bedingungen waren super, neben der Weiterentwicklung von Fahrtechnik und Trimm steht auch ein den realen Wettkampfbedingungen angenähertes Training im Fokus. Viele andere Landesseglerverbände sind mit ihren Gruppen vor Ort, die Zusammenarbeit funktioniert gut und die Sportler*innen entwickeln sich sehr positiv.“

Im September stehen für die FX und 49er-Segler*innen drei Wettkämpfe an: Anfang des Monats die internationale deutsche Junioren-Meisterschaft vor Kiel, danach die Kieler Woche und Ende des Monats die Europameisterschaft am Attersee. Am Start sind dann im 49er Phillip Wrobel (Segler-Verein Staad) mit seinem neuen Partner aus Bayern, Moritz Hagenmeyer (Diessener Segel Club). Im 49er-FX starten Pia Speckle (Württembergischer Yacht Club) und Emilie Hesse (Seebrucker Regatta Verein/Bayern) sowie das Duo Christoph Winkelhausen (Yacht Club Langenargen) und Rickmer Lenk (Württembergischer Yacht Club).

Die mittlerweile in Kiel ansässigen 49er-Segler Luca Schneider (Yacht Club Radolfzell), zusammen mit seinem Steuermann Lukas Hesse (Seebrucker Regatta Verein/ Bayern) sowie Niklas Engelmann (Yacht Club Langenargen) und Justus Mickausch (Yacht Club Radolfzell) treten in ihrer DSV-Junioren-Gruppe ebenfalls bei den oben genannten Regatten an. Ebenfalls bei der Kieler Woche starten wird Alisa Engelmann (Yacht Club Langenargen) an der Vorschot von Inga-Marie Hofmann (Düsseldorfer Yacht Club) im 49er-FX.2020 08 21 sommer5

Während die Skiff‘s im Sommer vorrangig im Norden Europas unterwegs sind, waren die Opti-Gruppen für zwei Wochen in Italien. Am Gardasee trainierten Talentkader und Fördergruppe unter Anleitung von Lutz Kirchner und Willy Brandt. Mit dem Ora-Cup vor Arco im Norden des Sees fand auch die erste große Opti-Regatta seit Februar statt. Unter strengen Auflagen (tägliches Fieber-Messen bei allen Teilnehmer*innen) konnten knapp 300 Kinder aus 12 Nationen insgesamt neun Wettfahrten segeln. Tamina Polte (Bodensee Yachtclub Überlingen) verpasst mit Rang 106 knapp die Goldflotte der ersten 80 Boote. Nur wenig dahinter konnten Constantin Troeger (Bodensee Yachtclub Überlingen) auf Platz 108 und Ruben Voltmer (Yacht Club Radolfzell) auf Platz 113 die Regatta erfolgreich beenden.

Die Laser-Segler*innen aus Baden-Württemberg und Bayern haben sich in ihren gemischten Gruppen (Kooperation der beiden Bundesländer) auch gleich nach Kiel zum Training am dortigen Bundesstützpunkt orientiert. Zuvor war Geduld gefragt, die Pandemie zwang zum Abwarten- denn auch die Laserjollen lagen seit den Winter-Trainingsblöcken noch im Barcelona-Sailing-Center- und durften erst mal nicht zurückgeholt werden. Aber zu Pfingsten war es dann soweit- und es ging gleich zum Blocktraining nach Kiel. Die YES-Regatta, die Europa-Cups, die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft in Travemünde- alles wurde dann abgesagt. Es folgten einige Trainingsböcke am Bundesstützpunkt-Süd in Friedrichshafen- verbunden mit zwei regionalen Regatten. Hannah Wirth (WYC, NK2) konnte weitere Trainingsblöcke mit der Bundestrainerin Franziska Goltz in Kiel absolvieren. Dann wurden auch die Trainingsblöcke zur Vorbereitung der Laser-4.7- JEM organisiert.
Sechs 4.7-Segler*innen sind mit Trainer Michael Fellmann bei der derzeit stattfindenden Jugend-EM in Vilamoura (POR) am Start. Für die Laser-Radial-Gruppe von Landestrainer Peter Ganzert sind die IDM bei Leipzig und die Mitte Oktober stattfindende JEM im französischen Hyéres im Visier. Einige Aktive haben noch die verschobene Kieler-Woche im September als großes Regatta-Event in ihrem Jahresprogramm. Ob unsere drei Laser-Standard-Segler Ende Oktober dann nach Montenegro zur Junioren-EM (U-21) fahren können, bleibt angesichts der aktuellen Corona-Entwicklungen in dieser Region fraglich.

Unsere beiden 420er-Teams befinden sich derzeit in der Kooperationsgruppe von Trainer Roman Schütt im Training am Gardasee. Zuvor waren auch die 420er schon in Kiel und Warnemünde im Blocktraining. Auch für sie steht die Teilnahme an der Kieler Woche im September und Mitte Oktober an der IDJM im Jahresprogramm. Anschließend folgt gleich die WM, bzw. JEM im italienischen SanRemo, parallel bzw. zusammen mit den 470ern. Alles im Sommer bzw. im Herbst natürlich unter besonderen Vorzeichen...

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